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Volume 27    n° 3  ,  Juillet  2006
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The origin of the German populations of Hilpertia velenovskyi (Pottiaceae, Bryopsida): inferences from variation in the nuclear ITS region
p. 357-364

Abstract

 
Hilpertia velenovskyi is a continental-subarctic moss species, with a range extending from Ellesmere Island over Canada, Siberia, Mongolia and China to Eastern and South-Eastern Europe. The species is an element of cold loess steppes. Recently, H. velenovskyi was recorded as new from Eastern Germany in Saxony and in Western Germany in Rheinhessen. To clarify, whether the German populations are a result of recent spore dispersal or perhaps relicts from the last Ice Age, a molecular analysis of the nuclear ITS region has been undertaken. The results show a clear separation of the population from Rheinhessen from the other investigated populations, indicating a long isolation possibly since the last Ice Age or a recent spore long-distance dispersal. The population from Saxony clusters with populations from Hungary and Serbia and is thus part of a Central-European group.
 
Europe / ITS / Moss / Neighbor-joining analysis / Phylogeography

Zusammenfassung

 

Hilpertia velenovskyi ist eine kontinental-subarktische Moosart, deren Areal von Ellesmere Island über Kanada, Sibirien in die Mongolei und China reicht und die Vorkommen im östlichen und südöstlichen Mitteleuropa hat. Sie ist eine Art der Kältesteppen auf Löß. Die westlichsten Vorkommen liegen in Sachsen in Ostdeutschland und Rheinhessen in Westdeutschland. Um zu klären, ob die rheinhessische, disjunkte Population von Hilpertia durch eine rezente Neuansiedlung über Sporenfernverbreitung stammt, oder aber autochton ist und dort eventuell schon seit der Eiszeit überdauert hat, wurde eine molekulare Untersuchung vorgenommen. Dabei wurden die genetischen Distanzen zwischen Populationen von H. velenovskyi aus Rheinhessen, Ungarn, Serbien und Zentralasien an Hand von Sequenzen der intern transkribierten Spacer 1 und 2 (ITS1/2 der nrDNA) bestimmt. Es zeigt sich, dass die Population aus Rheinhessen von den übrigen europäischen Populationen verschieden ist, was entweder bedeutet, dass diese Population seit langer Zeit, vermutlich seit der letzten Eiszeit, keinen Genaustausch mit den übrigen Vorkommen in Mitteleuropa hat und daher als Glazialrelikt zu werten ist. Eine andere Möglichkeit ist, dass diese Population durch Sporenausbreitung aus einem anderen Teil der Erde hierher gelangt ist. Die Population aus Sachsen clustert mit den übrigen Populationen aus Mitteleuropa und ist Teil dieser Gruppe.
 
Hilpertia velenovskyi

 

 
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